Röntgenaufnahmen eines Weisheitszahn der waagrecht liegt

Die Weisheitszähne sind die letzten bleibenden Zähne – sowohl, was ihr Auftauchen, als auch ihre Lage als jeweils achter Zahn in den vier Kieferquadranten angeht. Sogar die Anlagen für die Weisheitszähne entwickeln sich oft erst im frühen Teenageralter, und ihren Durchbruch haben die Spätankömmlinge in der Regel irgendwann im dritten Lebensjahrzehnt.

Eine Weisheitszahn OP ist z.B. dann notwendig wenn diese waagrecht und nicht senkrecht herauswachsen. Benachbarte Backenzähne können so beschädigt und durch den Druck verschoben werden. Wenn es um eine Weißheitszahn OP geht sind wir Ihr Spezialist in Wien. Auch hier bieten wir Ihnen unsere bewährten Narkosebehandlungen an, um Ihre Ängste zu mindern.

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Entfernung der Weisheitszähne / eines Weisheitszahnes im Detail

Röntgenaufnahme eines schiefliegenden Weisheitszahnes

Unser Kiefer ist strenggenommen zu klein für die Achter. Dass sie bei manchen Menschen gar nicht erst angelegt sind, ist daher kein großer Verlust. Und auch bei denen, die Weisheitszähne haben, kommt es gar nicht so selten vor, dass sie sich in einem oder allen Kieferquadranten nicht mehr richtig in die Zahnreihe einreihen können. Dann brechen sie entweder gar nicht durch – man spricht von einem retinierten Weisheitszahn – oder nur teilweise, dann handelt es sich um einen teilretinierten Weisheitszahn.

Der retinierte oder teilretinierte Weisheitszahn

Ein retinierter Weisheitszahn sitzt oft ganz still im Kiefer fest und macht keinerlei Beschwerden. Dann kann er getrost bleiben, wo er ist. Es kommt aber vor, dass der Weisheitszahn falschherum im Kiefer liegt, sich verkeilt hat und nun von der Seite gegen die Nachbarzähne drückt. In solchen Fällen können Kaubeschwerden und chronische, eventuell auf Ohren oder Kopf ausstrahlende Schmerzen im Kieferbereich resultieren, und es kann zu Verschiebungen in der Zahnreihe kommen. Wenn das so ist, werden Sie und Ihr Zahnarzt gemeinsam für eine Entfernung des retinierten Weisheitszahns optieren. Ein teilretinierter Weisheitszahn ist zu einem Teil durchgebrochen, steckt nun aber aus Platzmangel fest. Die “Kapuze” aus Zahnfleisch, die ihn immer noch teilweise bedeckt, ist in der häuslichen Mundhygiene kaum zu reinigen.

Damit wird sie eine Falle für Speisereste und ein idealer Schlupfwinkel für Bakterien. Zahnfleischentzuendungen, die sich auch zu schmerzhaften Abszessen entwickeln können, sind die Folge. Das Risiko von Karies und Parodontitis ist erhöht. Auch für teilretinierte Weisheitszähne ist die Entfernung ratsam.

Extraktion eines Weisheitszahns

Ist ein Weisheitszahn ganz normal durchgebrochen und hat genügend Platz im Kiefer, muss er durchaus nicht entfernt werden. Mögliche Gründe für eine Extraktion sind die gleichen wie bei allen anderen Zähnen: im wesentlichen wären das nicht zu beherrschende Wurzelentzündungen und Frakturen. Aufgrund ihrer “abgelegenen” Lage sind Weisheitszähne oft schwieriger zu reinigen, daher entwickeln sie vergleichsweise häufiger Karies und die durch eine tiefe Karies ausgelösten Entzuendungen des Zahnmarks.

Auch hier hat eine moderne endodontische Behandlung gute Chancen, die Entzündung zu stoppen und einen schmerzfreien, zwar devitalen, aber dennoch funktionalen Zahn zu erhalten. Denn auch wenn Sie Ihren Weisheitszahn momentan vielleicht gar nicht soo dringend brauchen – jeder Zahn mehr im Kiefer kann später einmal als möglicher Pfeilerzahn für eine Brückenkonstruktion eine wichtige Rolle spielen. Aber auch die Extraktion eines gesunden Weisheitszahns kann nötig sein: Das ist dann der Fall, wenn dem Zahn sein Gegenspieler im gegenüberliegenden Kiefer fehlt und er sich in Folge dessen übermäßig verlängert (man spricht von einem elongierten Weisheitszahn).

Damit wird der Zahn zu einem Hindernis beim Kauen und kann funktionelle Probleme der Kiefermuskulatur und nächtliches Zähneknirschen verursachen. Auch schief wachsende Weisheitszähne, die ihre Nachbarzähne bedrängen oder bei denen abzusehen ist, dass sie das bald tun werden, sind in der Regel Kandidaten für eine Extraktion. Wenn an der Extraktion kein Weg vorbei führt, müssen sich Zahnarzt und Patient auf etwas mehr Hebeln und Ziehen gefasst machen: Weisheitszähne haben mitunter gekrümmte oder miteinander verwachsene Wurzeln, und das macht ihre Extraktion potentiell etwas schwieriger als die anderer Zähne.

Entfernung eines retinierten oder teilretinierten Weisheitszahns

Die Entfernung eines retinierten oder teilretinierten Weisheitszahns erfordert die Eröffnung des Kieferknochens. Der ambulante Eingriff kann unter lokaler Betäubung, im Dämmerschlaf und in schweren Fällen auch unter Narkose passieren. Während der sogenannten Osteotomie schneidet der Kieferchirurg das Zahnfleisch über dem Weisheitszahn auf und klappt es weg.

In den nun frei liegenden Kieferknochen wird mit rotierenden Instrumenten behutsam ein “Fensterchen” gefräst, durch das der Zahn zugänglich wird. Oft ist es schonender, den Zahn in mehrere Teilstücke zu zerlegen, die der Reihe nach entfernt werden. Die von Knochen- und Zahnresten gereinigte Wunde im Kieferkamm wird durch Zunähen des Zahnfleischlappens verschlossen. Über die Wunde kommt Verbandsmull, der während der ersten dreißig Minuten nach der OP nicht gewechselt werden darf, um die Gerinnung nicht zu stören.

Entfernung des Weisheitszahnkeims (Germektomie)

Bevor der Weisheitszahn als richtiger Zahn im Kiefer steckt, ist er ein sogenannter Zahnkeim, also eine noch nicht mineralisierte, weiche Vorstufe. Aus kieferorthopädischer Sicht kann es manchmal angezeigt sein, bereits den Weisheitszahnkeim zu entfernen. Das ist dann der Fall, wenn deutlich absehbar ist, dass der Kiefer nicht genug Platz für 16 Zähne bietet und der mineralisierte Zahn einen Engstand in der Zahnreihe verursachen würde. Die Entfernung des Keims ist dann weniger belastend als die eines retinierten Weisheitszahns, und die übrigen Zähne kommen gar nicht erst in Bedrängnis.

Vor dem 14. Lebensjahr sollte die prophylaktische Germektomie allerdings nicht angesetzt werden, da durch Kieferwachstum noch neuer Spielraum für die Zähne entstehen kann. Der Weisheitszahnkeim wird wie ein retinierter Weisheitszahn per Osteotomie entfernt: Ein Zahnfleischlappen wird zur Seite geklappt, das Knochenfenster gefräst, der Keim restlos entnommen (eventuell auch hier in zerlegter Form, um das Knochenfenster klein zu halten) und die Wunde vernäht. Die Wunde, die eine Germektomie hinterlässt, verheilt in der Regel rascher als die nach Entfernung eines “ausgewachsenen” Weisheitszahnes.

Was nach einer Weisheitszahnextraktion und nach einer Osteotomie zu erwarten ist, und was Sie tun können, um die Heilung zu fördern

Nach dem Abklingen der Anästhesie sind Schmerzen zu erwarten, die bereits prophylaktisch mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln gedämpft werden können. Wichtig ist, dass Sie kein Aspirin oder andere Mittel mit Acetylsalizylsäure nehmen, da dieser Wirkstoff die Blutgerinnung hemmt. Gut geeignet ist erfahrungsgemäß Ibuprofen.

Falls Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen – beispielsweise zur Thromboseprophylaxe – werden Sie in der Regel zeitweilig auf ein schwächeres Präparat umgestellt. Schwellungen treten nach einer Weisheitszahnentfernung fast immer auf, von außen sichtbare Blutergüsse sind ebenfalls keine seltene Nebenwirkung. Schmerzen, Blutungen und Schwellungen lassen sich durch Kühlen reduzieren: Nutzen Sie am ersten Tag am besten rund um die Uhr ein regelmäßig in Eiswasser angefeuchtetes Handtuch oder ein in ein Handtuch eingeschlagenes Kühlpäckchen.

Der Heilungsprozess beginnt mit dem Wundverschluss durch geronnenes Blut. Um den nicht zu gefährden, dürfen Sie die Wunde, solange sie noch blutet, so wenig wie möglich stören. Der Verbandmull darf frühestens 30 Minuten nach OP-Ende erstmals gewechselt werden, und während dieser Zeit dürfen Sie auch nicht ausspucken.

Blutungen

Leichte Blutungen bis zwölf Stunden nach der OP sind normal. Will die Blutung gar nicht abklingen, hilft manchmal ein aufgebrühter und abgekühlter Schwarzteebeutel auf der Wunde (Schwarztee enthält Gerbstoffe, die adstringierend – gefäßzusammenziehend und heilungsfördernd – wirken). Eine Spülung mit Salzwasser (ein Teelöffel Salz auf 250 ml lauwarmes Wasser) regt ebenfalls die Heilung an. Spülen Sie behutsam: Lassen Sie das Salzwasser ein paar Minuten still einwirken (nicht im Mund herumstrudeln!), und lassen Sie es danach vorsichtig herauslaufen (nicht mit Druck ausspucken!). Benutzen Sie beim Liegen ein oder zwei Extrakissen: Hochlagern des Kopfes ist gut gegen die Blutungsneigung.

Ernährung und sonstige Tipps

In den ersten Tagen nach der OP dürfen Sie – zumindest auf der betroffenen Kieferseite – nichts kauen. Auf dem Speisezettel stehen also pürierte Suppen, Shakes, Joghurt – alles, was ohne Kauen “rutscht”. Ganz wichtig: Niemals mit einem Strohhalm trinken. Der Sog kann den Blutpropf aus der leeren Zahnalveole ziehen und so den Heilungsprozess stark gefährden. Blutdruckerhöhende Genussmittel (Kaffee, Tee, Energydrinks) steigern die Blutungsneigung, Alkohol hemmt die Blutgerinnung und Nikotin verzögert den Heilungsprozess.

Verzichten Sie also in der Heilungsphase auf Ihre kleinen und größeren “Laster”, vermeiden Sie körperliche Anstrengungen, und setzen Sie sich, sofern vermeidbar, keinen hohen Temperaturen aus (Sauna, Sonnenbäder). Was das angeht: Wenn Sie die Wahl haben, lassen Sie die Weisheitszahnentfernung besser in der kühleren Jahreszeit durchführen. Im Durchschnitt können die Fäden nach einer Woche gezogen werden. Auch Schmerzen und Schwellungen sind dann in aller Regel vollständig abgeklungen, Hämatome haben sich weitgehend zurückgebildet und die ganze Sache wird bald vergessen sein. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende – das lässt sich im Rückblick auch über eine Weisheitszahnentfernung sagen!