Die Kieferorthopädie arbeitet eng mit Zahnmedizin einerseits und Kieferchirurgie andererseits zusammen. Da ist es sinnvoll, alle drei unter einem Dach unterzubringen.

Kieferorthopädie hat mehr als nur die Mundhöhle im Blick

Zahn- und Kieferfehlstellungen sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern oft genug auch ein medizinisches mit Folgen, die weit über die Mundhöhle hinausgehen. Nicht nur die Gesundheit eimzelner Zähne, das mühelose und physiologisch korrekte Beißen, Kauen, Atmen und Sprechen können durch solche Fehlentwicklungen beeinträchtigt sein. Fehlbelastungen der Kiefermuskulatur durch Zahnfehlstellungen beeinflussen über die Nacken- und Rückenmuskulatur fast den gesamten Körper. Hier spricht man von Craniomandibulärer Dysfunktion. Nackenverspannungen, Kopfschmerzen und Hüftschmerzen sind nicht selten auf die Kiefermuskeln zurückzuführen. Ausgeprägte Kieferfehlstellungen wie etwa der Rückbiss oder der Kreuzbiss bringen ebenfalls ein Päckchen medizinischer Probleme mit sich, die vom krummen Rücken über Mundatmung und häufige Nasennebenhöhlenentzündungen bis hin zu Verdauungsproblemen reichen können. Eine kieferorthopädische Behandlung hat also in vielen Fällen den gesamten Organismus im Blick, ist also ganzheitlich.

Kieferorthopädie ist nicht nur etwas für Kinder

Kieferorthopädische Behandlungen finden tatsächlich am häufigsten zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr statt, wenn alle bleibenden Zaehne durchgebrochen sind. Funktionskieferorthopädische Behandlungen, also solche, die die Form des Kiefers selbst beeinflussen, erzielen wirklich in der Wachstumsphase die besten Effekte. Aber moderne Kieferorthopädie hört nicht am 18. Geburtstag unserer Patienten auf.

Gerade reine Zahnfehlstellungen, an denen Kieferfehlstellungen nicht oder kaum beteiligt sind, können ein Leben lang korrigiert werden. Über Zahnfehlstellungen, die früher vielleicht als nicht behandlungsbedürftig angesehen wurden, denken wir heute aus ästhetischen wie funktionalen Gründen häufig anders.

Für die Lagekorrektur gesunder Zähne durch eine feste Zahnspange ist es nie zu spät.


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Ziele und Methoden der kieferorthopädischen Behandlung

Eine kieferorthopädische Behandlung hat das Ziel der Herstellung optimaler Funktionszusammenhänge in Mundhöhle und Kiefer. Natürlich streben wir auch die Normalisierung der Ästhetik von Zähnen und Gesicht an. In der Regel stellt sich diese aber einfach als ein Nebenprodukt der verbesserten Kaufunktion, Sprache und Atmung automatisch ein.

Herausnehmbare Zahnspangen – vor allem in der Wachstumsphase eingesetzt

Zu den vor allem bei Kindern und Jugendlichen eingesetzten losen Zahnspangen gehören die sogenannten aktiven Platten. Diese typischen herausnehmbaren Zahnspangen aus buntem Plastik, können Zahnfehlstellungen schon im Milchgebiss behutsam korrigieren – allerdings auch nur mit begrenzter Effizienz. Auch die sogenannten funktionskieferorthopädischen Geräte sind herausnehmbar. Ihr Ziel ist weniger die Verschiebung von Zähnen als die günstige Beeinflussung eines aus genetischen oder individualgeschichtlichen Gründen unbalancierten Kieferwachstums. Prominentes Beispiel ist hier der Bionator, der Fehlentwicklungen im Zusammenspiel von Kau-, Wangen- und Zungenmuskulatur und damit auch den Kiefer normalisieren soll. Ebenfalls herausnehmbar sind sogenannte Retainer, lose Zahnspangen, die auch bei Erwachsenen nach einer Behandlung mit einer festen Zahnspange oder einem Aligner eingesetzt werden, um das erreichte Ergebnis zu stabilisieren.

Feste Zahnspange – funktioniert in jedem Alter

Die feste Zahnspange ist eine kieferorthopädische Apparatur, die einen kleinen, aber stetigen Druck auf “aus der Reihe tanzende” Zähne und damit auch auf den Kieferknochen ausübt. Wo der Druck wirkt, wird Knochen abgebaut, auf der Gegenseite wird neuer Knochen angebaut.

Auf diese Weise wird der Zahn “durch den Knochen” langsam in die gewünschte Richtung geschoben, ohne sich zu lockern. Voraussetzung für diese gezielte Zahnbewegung, die prinzipiell in jedem Alter möglich ist, ist allerdings die tadellose Gesundheit von Zähnen und Zahnhalteapparat. Zur fixen Zahnspange gehören Brackets aus Metall oder Keramik, die an den Zähnen befestigt werden. Die Brackets dienen als Führung für einen Drahtbogen, der die Zähne in die korrekte Position drückt.

Normalerweise werden Brackets und Draht auf der Vorderseite der Zähne angebracht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die ganze Konstruktion unauffällig an die Rückseite der Zähne zu verlagern, wo dann entsprechend Zugkräfte ausgeübt werden. Durchsichtige Kunststoffschienen, sogenannte Aligner, sind herausnehmbar, wirken aber nach dem gleichen Prinzip wie eine feste Zahnspange. Sie sind besonders unauffällig und können bei kontinuierlichem Tragen leichte Zahnfehlstellungen effektiv korrigieren.